Eine Blumenwiese. Ein Katzenbaby. Ein kuscheliges Sofakissen. Die harmlosesten Dinge können empfindlichen Menschen schwer zu schaffen machen, wenn ihr Körper auf den Kontakt mit ihnen allergisch reagiert.

Allergien haben sich in den vergangenen Jahrzehnten zu einem Volksleiden entwickelt. Zahlen des Robert Koch Instituts (RKI) belegen, dass inzwischen 30 Prozent der 18- bis 79- Jährigen in Deutschland im Laufe ihres Lebens eine Allergie entwickeln. Am häufigsten ist dabei Heuschnupfen, gefolgt von Asthma, Neurodermitis und Kontaktallergien. Bei Kindern und Jugendlichen leiden 26 Prozent unter einer allergischen Erkrankung. Auch Nahrungsmittelunverträglichkeiten nehmen zu. Laut einer Umfrage der Pronova BKK aus dem Jahr 2018 gibt inzwischen ein Viertel der Deutschen an, unter Allergien oder Nahrungsmittelunverträglichkeiten zu leiden.

Gelangen in unseren Körper fremde Stoffe (sogenannte Allergene), reagiert unser Organismus mit Abwehrmaßnahmen. Eigentlich ist das eine gute Sache. Jedoch bekämpft das Immunsystem im Fall einer Allergie harmlose Stoffe, wie etwa Pflanzen- oder Blütenpollen (Blumenwiese), Tierhaare (Katzenbaby) oder Hausstaubmilben (Sofakissen). Auch Nahrungsmittel, Schimmelpilze oder Insektengifte rufen oft heftige Immunreaktionen hervor.

Häufige Anzeichen einer Allergie: Das Atmen durch die Nase fällt schwer, die Haut wird rot, typisch sind auch Quaddeln oder Schwellungen. Viele Patienten klagen zudem über extrem trockene oder tränende Augen, geschwollene Schleimhäute, quälenden Niesreiz, Fließ- oder Dauerschnupfen.

Die Beschwerden treten auf, wenn die Betroffenen Kontakt mit dem allergieauslösenden Stoff haben und verschlimmern sich im Laufe der Zeit immer weiter. Gefährlich wird es spätestens dann, wenn noch Begleiterkrankungen wie Asthma bronchiale, Nesselsucht, Hautekzeme bzw. Verdauungs- oder Kreislaufprobleme hinzukommen.

Um einen solchen Verlauf zu verhindern, empfiehlt es sich, bereits bei den ersten Anzeichen einer Allergie einen Arzt aufzusuchen. Mit modernen Diagnosemethoden lässt sich der Auslöser der Beschwerden meist schnell und unkompliziert feststellen, und die Allergie kann gezielt behandelt werden.

Wichtige Therapiemethoden sind die Hyposensibilisierung in Form der „Allergie-Impfung“ (SCIT) oder die sublinguale Immuntherapie (SLIT). Gegebenenfalls empfehle ich alternativ eine Phytotherapie mit chinesischen Heilkräutern oder Akupunktur. Unterstützend helfe ich Ihnen gerne in meiner HNO-Praxis in der Maxvorstadt durch Ernährungsberatung die allergischen Symptome zu mildern.

Allergie-Diagnostik

Unerkannte oder unbehandelte Allergien sind aber nicht nur lästig, sondern können vor allem gefährlich werden. Trauriger Klassiker ist der Heuschnupfen, der sich anfangs durch juckende Augen und Niesattacken bemerkbar macht und sich aber über die Jahre zu einem allergischen Asthma mit schwerwiegenden Atemproblemen entwickeln kann.

Je früher eine Allergie erkannt und behandelt wird, desto besser sind die Therapieerfolge. Besteht der Verdacht auf eine Allergie, bietet sich die Durchführung eines Prick-Tests an. Bei diesem kann eine etwaige Reaktion auf das jeweilige verdächtige Allergen ermittelt werden. Dabei werden Testlösungen mit typischen Allergenen (etwa aus Pollen, Hausstaubmilben, Tierhaaren, Schimmelpilzsporen oder den Inhaltsstoffe bestimmter Nahrungsmittel) in kleinen Dosen auf die Haut aufgebracht, um die Reaktion zu testen. Weitere Diagnoseverfahren sind Bluttests (RAST) oder Provokationsverfahren, bei denen das jeweilige Allergen mit der Augen- bzw. Nasenschleimhaut in Kontakt gebracht wird.

Allergie-Therapie

Es gibt viele Möglichkeiten der Allergiebehandlung. Am besten ist es natürlich, sich dem dem Allergen nicht auszusetzen (zum Beispiel auf den Pollenflug achten, Haarewaschen vor dem Schlafengehen, Encasing (Umhüllung) von Matratzen und Kissen etc). Falls das nicht oder nur eingeschränkt möglich ist, gibt es schulmedizinisch viele Möglichkeiten der symptomatischen Therapie, wie zum Beispiel die Einnahme von Antihistaminika in Form von Tabletten, Nasensprays oder Augentropfen. Daneben besteht die Möglichkeit der Hyposensibilisierung. Aber auch mit der traditionellen chinesischen Medizin lassen sich Allergien oftmals hervorragend behandeln. In diesem Fall mit Akupunktur und Chinesischen Heilkräutern/Phytotherapie.

Hyposensibilisierung (spezifische Immuntherapie)

Die Hyposensibilisierung zielt darauf ab, die fehlgeleitete Immunreaktion von Allergikern auf allergieauslösende Stoffe (Allergene) schrittweise zu reduzieren. Der Patient erhält dabei winzige Mengen jener Substanz(en) verabreicht, auf die er allergisch reagiert. Die Dosis des Allergens wird schrittweise langsam erhöht, so dass das Immunsystem allmählich toleranter gegenüber dem kritischen Stoff wird. Die Hyposensibilisierung ist die einzige Methode, die direkt an den Ursachen einer Allergie ansetzt und wird auch spezifische systemische Immuntherapie (SIT) genannt. Sie zeigt bei verschiedenen Allergien gute Erfolge, wie zum Beispiel bei Heuschnupfen, Hausstaubmilben- und Tierhaar-Allergien.